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Augarten |
10.12.2007 |
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Sängerknaben dürfen Konzertsaal bauen
Das
monatelange Feilschen um das Augartenprojekt hat ein Ende. Nicht das
Filmarchiv, sondern die Wiener Sängerknaben dürfen ihren Bau - einen
"Konzertkristall" - umsetzen. Nicht nur vom Kulturministerium kommt
massive Kritik.
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 Der Saal soll vielfältig genutzt werden können, so das Ziel. |
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Platz für 430 Zuschauer
Am
Augartenspitz wird eine Proben- und Aufführungsstätte errichtet. Der
geplante Bau - genannt "Konzertkristall" - soll auch die Abhaltung von
Workshops ermöglichen und für das Wiener Kindertheater zur Verfügung
stehen.
Damit machen die Wiener Sängerknaben Gebrauch von ihrem Nutzungsrecht
für die Bebauung des Grundstücks Ecke Castellezgasse/Obere
Augartenstraße, das öffentlich bisher nicht zugänglich ist. Ein
entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden, hieß es am Montag von
Burghauptmann Wolfgang Beer.
Bei den Sängerknaben wurde stets betont, dass der Neubau notwendig sei,
weil es im Stammsitz - dem benachbarten Augarten-Palais - keine
entsprechende Aufführungsstätte gebe. Laut Beer können die Sängerknaben
jetzt einen Einreichplan erstellen. Dieser ist Basis für eine
Baubewilligung durch die Gemeinde Wien. Laut bisherigen Plänen soll der
zentrale Saal rund 430 Zuschauern Platz bieten.
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Elf Millionen Euro Kosten
Der "Konzertkristall" darf eine Grundfläche von 1.200 Quadratmetern in
Anspruch nehmen. Finanziert wird der Bau von der Pühringer
Privatstiftung, zuletzt wurden elf Millionen Euro dafür veranschlagt.
Das Grundstück gehört dem Bund. |
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 Das Filmarchiv hatte sich um das Areal bemüht. |
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Kinoprojekt: Häupl will Standort finden
Ein
gemeinsames Bauvorhaben mit dem Filmarchiv werde es nicht geben, so
Beer. Die vom Wirtschaftsministerium initiierten Gespräche zwischen
Sängerknaben und Filmarchiv sind demnach erfolglos verlaufen.
Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) kündigte jedoch an, er wolle für das
Filmkulturzentrum nun "einen anderen Standort finden".
Das Filmarchiv hatte ein Filmkulturzentrum geplant, das unter anderem
zwei Kinosäle mit insgesamt 240 Plätzen, Ausstellungsflächen sowie eine
Freiluftkino-Tribüne für das Sommerkino umfasst hätte.
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Entscheidung lag beim Wirtschaftsministerium. |
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Wut auf der Seite des Films
"Total
enttäuscht und eigentlich sprachlos", reagierte Viennale-Direktor Hans
Hurch. "Wir haben gewusst, dass die Entscheidung vor Weihnachten fallen
soll", meinte Hurch, "aber mit so einer Kaltschnäuzigkeit haben wir
nicht gerechnet." Die Projektentwicklung sei" nicht nur einfach
abgekürzt, sondern abgeschnitten" worden.
Filmarchiv-Leiter Ernst Kieninger schlug in dieselbe Kerbe: "Es kann
doch nicht sein, dass eine kulturpolitische Entscheidung nur im
Wirtschaftsministerium getroffen wird." Seine Seite habe sich bemüht,
die Anrainer und Bewohner der Gegend in den politischen Prozess
einzubinden. Schließlich sei es es das Filmarchiv gewesen, das 2001 die
Flächenwidmung erwirkt habe. "Die Sängerknaben sind erst später auf den
Plan getreten."
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Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) sah "kulturpolitische Priorität
eher beim Filmprojekt". |
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Schmied: "Priorität lag bei Filmprojekt"
Man
sei "nicht über das Vorgehen des Wirtschaftsministeriums informiert"
gewesen, hieß es aus dem Kulturministerium nach Bekanntwerden der
Entscheidung, die vom Wirtschaftsministerium getroffen worden war.
Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) habe vor kurzem in einem Brief darauf
hingewiesen, dass ihr Ministerium weitere intensive Gespräche auch mit
der Stadt Wien in dieser Angelegenheit befürworten würde. Aus ihrer
Sicht liege die "kulturpolitische Priorität eher beim Filmprojekt".
Huch erwiderte darauf, die Ministerin habe "ein dreiviertel Jahr Zeit
gehabt, in irgendeiner Form Stellung zu beziehen oder sich für etwas
einzusetzen", so der Viennale-Chef.
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Kritik von Grünen und SPÖ
Eine
"Verhöhnung der Bevölkerung" sieht die Planungssprecherin der Wiener
Grünen, Sabine Gretner. "Man kann nicht einerseits konstruktive
Zusammenarbeit in einem Leitbildprozess einfordern und gleichzeitig
vollendete Tatsachen in einem der Hauptkonfliktpunkte schaffen."
Kritik kam auch von der Wiener SPÖ. Noch vor eineinhalb Wochen sei bei
der Auftaktveranstaltung zur Leitbilderstellung des Augartens vom Bund
betont worden, einen gemeinsamen Weg gehen zu wollen. Dieser sei nun
offenbar abrupt vom Wirtschaftsministerium beendet worden, erklärte der
Vorsitzende des gemeinderätlichen Planungsausschusses, SPÖ-Gemeinderat
Karlheinz Hora.
ÖVP-Stadtrat Norbert Walter begrüßte hingegen die Entscheidung,
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) sprach von einer
"vergebenen Chance". Er nehme die Entscheidung von Wirtschaftsminister
Martin Bartenstein (ÖVP) zur Kenntnis, bedauere allerdings, dass sich
nicht beide Projekte verwirklichen lassen. "Auch wir haben uns
eigentlich noch weitere Gespräche erwartet", schloss der Kulturstadtrat.
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Mehr Verkehr und weniger Parkplätze werde es geben, so die Befürchtung. |
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"Freunde des Augartens" kündigen Protest an
"Das
ist eine Katastrophe. Es wird sicher massive Proteste geben", sagte die
Sprecherin des Vereins "Freunde des Augartens", Daniela Kraus. Die
Entscheidung sei "total undemokratisch" gefallen.
"Hier Fakten zu schaffen ist eine Verarschung", so Kraus. Am
Augartenspitz werde nun ein massiver Klotz geschaffen. Abgesehen davon,
dass laut Kraus eine Parkbebauung ohnehin ein "Schwachsinn" ist, sei
das Projekt auch nicht auf regionale Bedürfnisse ausgelegt.
Es sei etwa damit zu rechnen, dass es mehr Verkehr und weniger
Parkplätze geben werde. Auf die Frage, welche Art von Protestmaßnahmen
geplant sind, sagte Kraus: "Alles, was wir ausschöpfen können."
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Bei den Sängerknaben freut man sich naturgemäß über die Entscheidung. |
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Baubeginn im Frühjahr
Baubeginn
sollel bereits im Frühjahr sein, so der Direktor der Wiener
Sängerknaben, Eugen Jesser. Er zeigte sich von der massiven Kritik an
der Entscheidung betroffen, betonte aber: "Freuen tun wir uns
natürlich, das wird uns hoffentlich niemand übelnehmen."
Nun werde an die Umsetzung des Projektes gegangen. "Und ich möchte den
Anrainern auch noch einmal erklären, dass ihre Befürchtungen grundlos
sind", so Jesser.
So gebe es etwa ein Verkehrskonzept. Dass es zu einer hohen
Verkehrsbelastung durch Besucher des Konzertsaales kommen werde, sei
nicht zu erwarten. Jesser kündigte auch an, dass es einen Durchgang von
der Straße zum Park geben soll. Wenig Chancen gibt es offenbar für
Kooperationen mit dem Filmarchiv. "Es gab Gespräche, die nicht zum
Erfolg geführt haben", so Jesser dazu knapp.
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Das Filmarchiv hatte schon einen Sponsor gefunden. |
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Monatelanger Streit um Augarten
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Areal im Augarten stand zuletzt im Mittelpunkt eines Monate dauernden
Streits: Das Filmarchiv wollte gemeinsam mit der Viennale dort auch ein
Filmkulturzentrum errichten. Im Frühjahr wurde sogar ein Sponsor dafür
präsentiert: Das Ehepaar Ingrid und Christian Reder wollte mit seiner
Stiftung Orion den Bau des Projekts zur Gänze finanzieren - was rund
sechs Millionen Euro kosten sollte.
Kurze Zeit später stoppte der Bund die Sängerknaben-Pläne zumindest
vorübergehend. Es solle geprüft werden, ob nicht ein gemeinsames
Projekt kommen könne, hatte es geheißen. Das ist nun gescheitert. Laut
Burghauptmann Beer habe sich unter anderem gezeigt, dass der vorhandene
Platz dazu nicht ausgereicht hätte.
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wien.ORF.at
Anrainer sprachen sich gegen eine Bebauung der kleinen Grünfläche aus,
die sowohl die Sängerknaben als auch das Filmarchiv Austria im Visier
haben.
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oe1.ORF.at; 10.12.07
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wolfx, vor 183 Tagen, 13 Stunden, 22 Minuten
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tauceti, vor 183 Tagen, 13 Stunden, 7 Minuten
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santiago, vor 183 Tagen, 17 Stunden, 56 Minuten
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